Es ist erstaunlich, wie viel man sich mit seinen eigenen Exkrementen in so einem Weltreisemobil beschäftigt.
Okay, es kommt darauf an, welche Toilettenlösung man eingebaut hat.
Wir haben eine ordinäre Trockentrenntoilette im Wohnmobil eingebaut.
Ohne Chichi … Sprich: Wir haben keinen Lüfter, der die Feststoffe – schönes Wort für Scheiße – trocknet, damit noch weniger Gerüche entstehen.
Und wir haben auch keinen Kompostmixer, der unsere Hinterlassenschaften in Sekunden (Achtung, Übertreibung) in Erde verwandelt.
Welche Trenntoilette haben wir im Benz?
Wir haben so eine ganz simple Trenntoilette im Wohnmobil, die auch die jungen Leute in ihre fancy Vans einbauen. Vorne mit einem Flüssigkeitsbehälter und hinten mit einem Eimer mit Deckel.
Oben drauf ein Aufsatz, der bei den geschäftlichen Verrichtungen fest von flüssig trennt.
Je nach anatomischer Voraussetzung muss man als Frau schon mal nach vorne bzw. nach hinten rutschen, um die entsprechende Öffnung zu treffen.
Männer sind bei dieser Kloform klar im Vorteil.
Ich erspare Dir die Details. Ich bin sicher, Du kommst ganz von alleine drauf.
Jedenfalls beschäftigt man sich mindestens so viel mit den Toiletteninhalten, in so einem viel zu coolen Mobil, wie die Weißware-Wohnmobilisten (no offence, wir kennen sehr viele sehr nette) mit ihren Chemieklos.
Früher – als wir noch im Bulli unterwegs waren und noch keine Toilette an Bord hatten – haben wir uns immer darüber lustig gemacht, dass morgens die Männer aus ihren Wohnmobilen purzeln, die Chemiekassette als Trolli hinter sich über den gesamten Campingplatz zur Kassettenentsorgung ziehen.
Irgendwie entwürdigend, die eigenen Verdauungsreste im Hackenporsche dem gesamten Campingplatz zu präsentieren.
Entsprechend stehen manche zu den unchristlichsten Zeiten auf oder schleichen nachts zur Entsorgungsstation.
Und dann gibt es die, die sich auf dem Weg an jedem Platz unterhalten.
Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich find’s skurril.
Vor allem, wenn dann noch die Frühstücksbrötchen vom Laden auf einem Weg abgeholt werden. Die Hackenporsche-Chemiekassette wird neben Nachbars Pfiffi auf dem Hundeparkplatz abgestellt, und auch im Campingplatzladen wird noch ein kurzer Schnack gehalten.
Mit Brötchen und jungfräulicher Exkrementauffangvorrichtung geht’s dann zum Frühstück ins eigene Weißware-Reisemobil oder wahlweise in den Wohnwagen, wo Schatzi schon mit dem Kaffee wartet.
Außerdem muss die Dame des Hauses dringend auf Klo …
Ich weiß, das klingt despektierlich. Aber warte ab, bis Du die entwürdigende Beschäftigung mit unseren Hinterlassenschaften liest.
Dagegen ist ein Gang zur Chemieklo-Entsorgung Luxus.

Der Alltag mit einer Trockentrenntoilette
Wir müssen uns nämlich bei jedem Toilettengang entscheiden: Klein oder Groß oder Klein und Groß?
Okay, bei Groß ist es logisch, dass man sich für Klein und Groß entscheidet, denn es kommen ja immer ein paar Tropfen mit. Zu plastisch?
Dann lieber zum nächsten Kapitel springen 😉 Wenn wir uns für Klein entscheiden, ist es am einfachsten.
Wir ziehen einfach den Stöpsel aus dem Toiletteneinsatz und schon ist der Auffangkanister geöffnet. Easy.
Achtung: Nachts im Halbschlaf nicht vergessen den Stöpsel zu ziehen … Gar nicht gut …
Der Weg zum Feststoffbehälter bleibt verschlossen.
Wenn wir uns für Klein UND Groß entscheiden, müssen wir zuerst den Toiletteneinsatz mittels eines Hebels lösen. Ich sag nur: Handklemmfalle …
Dann nehmen wir den Deckel des Feststoffbehälters ab.
Anschließend kommt der Toiletteneinsatz wieder drauf. Und schon können wir unserer Verdauung freien Lauf lassen.
Anschließend kommt Kleintierstreu – Holzspäne – auf das Geschäft, und so wird der Geruch weitestgehend eliminiert.
Dann wieder den Toiletteneinsatz abhebeln, den Behälter verschließen und sich noch einmal am Einsatz die Hand klemmen. Fertig!
Und nein, wir leeren das Ganze nicht täglich. Es ist also Dixiklo ähnlich … nur ohne die blaue Flüssigkeit.
Das bedeutet, wir kennen unsere Hinterlassenschaften ziemlich genau.
Ob wir wollen oder nicht. Natürlich denken wir auch über andere Lösungen nach. Beispielsweise gibt es so eine Toilette, die immer gleich alles medizinisch sicher verschweißt.
Komplett ohne Geruchsbildung.
Davon sind viele begeistert.
Wir werden uns das bei Gelegenheit mal anschauen.
Aber die Form, die wir – und die meisten coolen Kids – gewählt haben, ist die unabhängigste und günstigste.
Der klare Nachteil: Man ist jeden Tag mit seiner Verdauung mehr beschäftigt, als einem lieb ist.
Dadurch weiß man plötzlich ein Wasserklosett und die Abwasserentsorgung in Europa extrem zu schätzen.
Da wir aktuell noch nicht in Länder gereist sind, in denen das anders ist, können wir darüber natürlich nicht berichten.
Eines ist aber klar: Wer sich für die einfachste Lösung einer Trockentrenntoilette im Wohnmobil entscheidet, denkt öfter übers Kacken nach als vorher.
Ich glaube zu dem Thema machen wir bei Gelegenheit mal ein YouTube Video 😉
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