Camping-Car Park App: So funktioniert das Stellplatz-System in Frankreich

Wer mit dem Wohnmobil durch Frankreich reist, sollte Camping-Car Park kennen. Spoiler: und auch nut. Das Netzwerk betreibt inzwischen mehrere hundert Wohnmobilstellplätze und Campingplätze in Frankreich und weiteren europäischen Ländern. Viele davon liegen genau dort, wo man sie auf einem Roadtrip braucht: in kleineren Orten, an der Küste oder als praktischer Zwischenstopp auf dem Weg zum nächsten Reiseziel.

Auch wir sind auf unserer Frankreich-Reise auf Camping-Car-Park-Stellplätzen gelandet. Und spätestens vor der ersten Schranke stellt sich die Frage:

Wie funktioniert Camping-Car Park eigentlich? Brauche ich die Pass’Étapes-Karte? Was kann die Camping-Car Park App – und lohnt sich das System?

Genau das schauen wir uns hier an.

Was ist Camping-Car Park?

Camping-Car Park ist ein französisches Netzwerk von überwiegend automatisierten Wohnmobilstellplätzen. Die Plätze sind normalerweise rund um die Uhr zugänglich und funktionieren weitgehend ohne Personal vor Ort.

Das Prinzip ist simpel: Stellplatz suchen, Verfügbarkeit prüfen, einfahren, übernachten und bei der Abreise bezahlen.

Die Camping-Car Park App übernimmt dabei inzwischen einen großen Teil der Organisation.

Über die App könnt ihr unter anderem:

  • Wohnmobilstellplätze suchen,
  • die aktuelle Verfügbarkeit prüfen,
  • Ausstattung und Dienstleistungen ansehen,
  • Bewertungen anderer Reisender lesen,
  • euer Guthaben verwalten,
  • Aufenthalte und Zahlungen kontrollieren,
  • Rechnungen abrufen,
  • je nach Tarif Stellplätze reservieren und
  • euren Zugang zum Stellplatz verwalten.

Gerade auf einem Roadtrip durch Frankreich ist vor allem die Anzeige der noch verfügbaren Plätze praktisch.

Strand von Saint-Valery-en-Caux in der Normandie mit weißen Strandkabinen, Kreidefelsen und Blick auf den Ärmelkanal.

Camping-Car Park App: Stellplätze unterwegs finden

Die App besitzt eine Kartenansicht, über die ihr nach Camping-Car-Park-Stellplätzen suchen könnt.

Zu den einzelnen Plätzen findet ihr Informationen zur Lage, zum Preis und zur Ausstattung.

Je nach Stellplatz gehören beispielsweise folgende Leistungen dazu:

Strom, Frischwasser, Entsorgung und teilweise WLAN.

Welche Leistungen tatsächlich vorhanden sind, sollte man immer in der Beschreibung des jeweiligen Platzes kontrollieren.

Besonders hilfreich ist die Anzeige der aktuellen Verfügbarkeit. Camping-Car Park gibt die Zahl der verfügbaren Stellplätze in Echtzeit an. Die Angaben werden zwischen App, Website und den Automaten vor Ort synchronisiert.

Wenn ihr am Nachmittag noch 100 oder 150 Kilometer fahren wollt, könnt ihr also vorher nachsehen, ob euer geplanter Übernachtungsplatz überhaupt noch Kapazitäten hat.

Eine Garantie ist das ohne Reservierung natürlich trotzdem nicht – schließlich können in der Zwischenzeit andere Wohnmobile ankommen.

Brauche ich die Pass’Étapes-Karte?

Nicht mehr zwingend.

Camping-Car Park bietet inzwischen einen Digital Pass an. Dieser kostet einmalig 5 Euro und ist lebenslang gültig. Der digitale Zugang wird direkt über die Camping-Car Park App verwaltet.

Alternativ gibt es weiterhin eine physische Zugangskarte.

Wer Camping-Car Park häufiger nutzt, kann die Karte durchaus praktisch finden. Wer dagegen ohnehin sein Smartphone für die Reiseplanung verwendet, kann das System mittlerweile komplett digital nutzen.

D-Day-Denkmal am Utah Beach mit Landungsboot und Soldatenfiguren während unserer Wohnmobilreise durch die Normandie.

So funktioniert die Einfahrt auf einen Camping-Car-Park-Stellplatz

Das Prinzip ist ziemlich unkompliziert.

Zunächst legt ihr ein Kundenkonto an und aktiviert euren digitalen Pass. Anschließend könnt ihr über die App einen Stellplatz auswählen und dessen Verfügbarkeit prüfen.

Am Stellplatz angekommen, findet ihr an der Einfahrt eine Schranke mit Zugangsterminal.

In eurem Konto beziehungsweise in der App findet ihr euren persönlichen Zugangscode. Diesen gebt ihr am Terminal ein und die Schranke öffnet sich.

Alternativ kann die physische Zugangskarte verwendet werden.

Danach sucht ihr euch auf dem Gelände einen freien Stellplatz.

Das ist wichtig:

Ihr reserviert normalerweise keinen bestimmten Stellplatz mit einer bestimmten Stellplatznummer.

Ihr bekommt Zugang zum Gelände und stellt euch dort auf einen verfügbaren Platz.

Wie bezahlt man bei Camping-Car Park?

Camping-Car Park arbeitet mit einem Guthabensystem.

Das persönliche Konto kann über die App aufgeladen werden. Laut den aktuellen Bedingungen beträgt die Mindestaufladung 10 Euro. Das Guthaben kann anschließend für Aufenthalte auf den Stellplätzen verwendet werden.

Bei der Abreise wird der entsprechende Betrag automatisch vom Guthaben abgezogen.

Das ist unterwegs angenehm, weil man weder Bargeld noch Kleingeld für einen Parkautomaten benötigt.

Allerdings sollte man darauf achten, dass sich ausreichend Guthaben auf dem Konto befindet.

Historische Altstadt von Saint-Malo mit bretonischen Steinhäusern und Stadtmauer, Ziel unserer mautfreien Wohnmobilreise in die Bretagne.

Kann man Camping-Car-Park-Stellplätze reservieren?

Ja – allerdings spielt dabei das Pack’Privilèges eine wichtige Rolle.

Das Pack’Privilèges kostet aktuell 29 Euro pro Jahr und ermöglicht unter anderem Reservierungen im Voraus. Camping-Car Park nennt derzeit einen Reservierungszeitraum von bis zu sechs Monaten.

Der große Vorteil:

Mit einer bestätigten Reservierung ist euch ein Platz auf dem Stellplatz garantiert.

Das kann besonders in der französischen Hauptsaison und an beliebten Reisezielen interessant sein.

Wer dagegen flexibel unterwegs ist und erst am Nachmittag entscheidet, wo die Reise endet, kann die App einfach nutzen, um die aktuelle Auslastung der Plätze zu kontrollieren.

Für unsere Art zu reisen ist genau diese Funktion besonders interessant.

Was kostet ein Camping-Car-Park-Stellplatz?

Einen einheitlichen Preis gibt es nicht.

Die Preise unterscheiden sich je nach Stellplatz, Lage und Saison. Deshalb solltet ihr den aktuellen Preis immer direkt in der App oder auf der Website kontrollieren.

Nach unserer Erfahrung können die Plätze gerade für Wohnmobilreisende interessant sein, die keine klassische Campingplatz-Infrastruktur benötigen.

Denn häufig bekommt man einen befestigten oder klar abgegrenzten Stellplatz inklusive grundlegender Ver- und Entsorgung und Stromversorgung.

Ein Beispiel ist der von uns besuchte Camping-Car-Park-Stellplatz in Felleries im Département Nord. Dort kostet die Übernachtung je nach Saison ungefähr 12 bis 14 Euro, Strom inklusive.

Damit eignet sich der Platz beispielsweise hervorragend als Zwischenstopp auf dem Weg durch Nordfrankreich.

Blumengeschmückte Straße mit historischen Häusern in einem Yport in der Normandie während unserer Frankreich-Reise.

Vorteile der Camping-Car Park App

Für uns liegt der größte Vorteil weniger in irgendeiner spektakulären App-Funktion, sondern in der Planbarkeit unterwegs.

Wir müssen morgens noch nicht wissen, wo wir abends schlafen.

Stattdessen können wir während der Fahrt schauen:

Wo liegt ein Platz auf unserer Route? Was kostet er? Gibt es Strom? Können wir dort entsorgen? Und vor allem: Sind noch Plätze frei?

Gerade mit unserem großen 12-Tonnen-Benz ist das angenehm. Einfach auf Verdacht irgendeinen kleinen Stellplatz anzufahren, um anschließend festzustellen, dass alles voll ist oder die Zufahrt problematisch wird, gehört nicht unbedingt zu unseren Lieblingsbeschäftigungen.

Ein weiterer Vorteil ist der 24-Stunden-Zugang. Die Camping-Car-Park-Plätze sind grundsätzlich auf einen weitgehend autonomen Betrieb ausgelegt. Dadurch ist man nicht von den Öffnungszeiten einer Rezeption abhängig.

Die Nachteile des Camping-Car-Park-Systems

Ganz ohne Nachteile kommt das System natürlich nicht aus.

Der größte Kritikpunkt dürfte für manche Wohnmobilisten gerade das sein, was andere daran schätzen:

Camping-Car Park ist stark standardisiert und digitalisiert.

Schranke, App, Kundenkonto, Guthaben und Zugangscode ersetzen den klassischen Stellplatzbetreiber.

Wer kleine individuelle Stellplätze mit persönlichem Empfang bevorzugt, wird das System möglicherweise als etwas unpersönlich empfinden.

Hinzu kommt: Ohne Smartphone beziehungsweise Zugang zum eigenen Konto wird die Nutzung des digitalen Systems natürlich schwieriger. Wer sich darauf nicht verlassen möchte, ist mit der physischen Zugangskarte besser aufgestellt.

Und schließlich bedeutet „freie Plätze“ nicht automatisch, dass der perfekte Stellplatz für das eigene Fahrzeug frei ist. Gerade mit sehr großen Wohnmobilen schauen wir deshalb zusätzlich auf Fotos, Bewertungen und die Gegebenheiten vor Ort.

Camping-Car Park App oder Park4Night?

Eigentlich sind die beiden Apps keine direkten Konkurrenten.

Park4Night ist vor allem eine Plattform zum Finden unterschiedlichster Übernachtungsmöglichkeiten: Campingplätze, offizielle Wohnmobilstellplätze, Parkplätze und andere Übernachtungsorte.

Camping-Car Park dagegen ist das Zugangssystem für das eigene Stellplatznetz.

Wir nutzen deshalb nicht entweder die eine oder die andere App.

Für die Reiseplanung können unterschiedliche Stellplatz-Apps hilfreich sein. Wenn wir uns aber für einen Camping-Car-Park-Platz entscheiden, brauchen wir die Camping-Car Park App beziehungsweise den entsprechenden Zugang zum System.

Wohnmobilstellplatz direkt an den Kreidefelsen und am Meer in Saint-Valery-en-Caux in der Normandie.

Unser Fazit zur Camping-Car Park App

Für einen Roadtrip durch Frankreich finden wir das Konzept ziemlich praktisch.

Die Camping-Car Park App verbindet Stellplatzsuche, Verfügbarkeitsanzeige, Zugang und Bezahlung in einem System. Gerade wenn man spontan unterwegs ist und nicht jeden Übernachtungsplatz Tage vorher planen möchte, kann das die Reise deutlich entspannter machen.

Die Plätze selbst sind natürlich unterschiedlich. Ein Camping-Car-Park-Schild an der Einfahrt sagt noch nichts darüber aus, ob ein Platz besonders schön, ruhig oder idyllisch ist.

Aber das System dahinter funktioniert nach einem weitgehend einheitlichen Prinzip.

Und genau das kann unterwegs ein großer Vorteil sein:

App öffnen, Platz suchen, Verfügbarkeit prüfen und hinfahren.

Für Frankreich landet die Camping-Car Park App deshalb bei uns definitiv in der Kategorie: praktisch und sollte man kennen.

Häufige Fragen zur Camping-Car Park App

Was kostet die Camping-Car Park App?

Die App selbst kann kostenlos genutzt werden. Für den digitalen Zugang zu den Stellplätzen wird ein Digital Pass benötigt. Dieser kostet aktuell einmalig 5 Euro und ist lebenslang gültig.

Brauche ich eine Pass’Étapes-Karte?

Nein. Mittlerweile kann ein Digital Pass direkt über die App genutzt werden. Alternativ ist weiterhin eine physische Zugangskarte möglich.

Kann ich Camping-Car Park ohne Reservierung nutzen?

Ja. Wenn auf einem Stellplatz noch Kapazitäten vorhanden sind, könnt ihr auch spontan anreisen.

Zeigt die Camping-Car Park App freie Stellplätze an?

Ja. Die App zeigt die aktuelle Anzahl verfügbarer Plätze an. Die Daten werden mit der Website und den Automaten des Systems synchronisiert.

Kann ich über die Camping-Car Park App reservieren?

Ja. Mit dem kostenpflichtigen Pack’Privilèges können Aufenthalte im Voraus reserviert werden. Das Paket kostet derzeit 29 Euro pro Jahr.

Funktioniert Camping-Car Park nur in Frankreich?

Nein. Das Netzwerk ist auch außerhalb Frankreichs vertreten. Der Schwerpunkt und die größte Dichte an Stellplätzen liegen jedoch in Frankreich.

Ist Camping-Car Park für große Wohnmobile geeignet?

Das hängt vom jeweiligen Stellplatz ab. Die Stellplätze unterscheiden sich hinsichtlich Zufahrt, Parzellengröße und örtlichen Gegebenheiten. Wer mit einem großen oder schweren Wohnmobil unterwegs ist, sollte deshalb zusätzlich die Platzbeschreibung, Fotos und Bewertungen kontrollieren.

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