Was kostet Vanlife wirklich?
Die Frage haben wir uns vor unserer Reise natürlich auch gestellt.
Und wir hören sie in unserer Community immer wieder.
Tatsächlich kommt das, was da draußen so an Zahlen kursiert für uns nicht hin.
Vielleicht liegt es daran, dass wir schon älter sind und nicht bereit waren bei unserer Langzeitreisekrankenversicherung Abstriche zu machen und sie daher mehr kostet?
Vielleicht liegt es daran, dass unser Lebensstil einfach sehr luxuriös ist (Spoiler: ist er nicht)?
Oder vielleicht liegt es daran, dass wir zu viel Geld für Campingplätze ausgeben?
Dich interessiert, was Vanlife wirklich kostet?
Dann lass uns loslegen!
Auf geht die wilde Fahrt.
Kosten Vanlife als Video schauen:
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Weitere InformationenKosten Vanlife als Artikel lesen:
Seit 4. August 2024 leben wir Vollzeit in unserem Benz.
Das heißt, wir haben keine Wohnung in dem Sinne mehr.
Trotzdem haben wir noch eine Meldeadresse in Deutschland und einen Platz zu dem wir immer wieder zurück kehren können.
Aber dafür brauchen wir glücklicherweise keine Miete zahlen.
Daher fallen die üblichen Wohnkosten schon mal weg.
Seit Mitte August sind wir im Baltikum unterwegs.
Vom 7. September bis 11. Oktober 2024 waren wir in Estland.
Ideal, um sich einmal die Kosten für einen Monat Vanlife anzuschauen.
Kosten Vanlife: Die Rahmendaten
Gefahrene Strecke: knapp 1000 Kilometer.
Neun Stellplätze, davon drei kostenpflichtige Campingplätze. Der Rest waren die RMK-Plätze wo wir freigestanden haben.

Auf den Campingplätzen erledigen wir Dinge wie Wäsche waschen, Strom aufladen, Grauwasser ablassen und Frischwasser aufnehmen. Wir haben zwar eine Waschmaschine an Bord, wir waschen auch mit unserer Maschine, aber Wäsche trocknen tun wir auf den Plätzen. Wir nutzen jetzt mittlerweile die Trockner wobei wir in Estland nur einmal den Trockner benutzt haben.
Grundsätzlich waschen wir unsere Wäsche auf den Campingplätzen da wir dann auch gleich das Wasser austauschen können. Denn unsere Waschmaschine verbraucht verhältnismäßig viel Wasser.
Unternehmungen bzw. Restaurantbesuche sind in dieser Rechnung auch enthalten. Allerdings waren wir in Estland sehr sparsam und haben nur einmal in Tallinn ein Glas Wein getrunken.
Achtung das Baltikum ist nicht günstig
Beispielsweise kosten Lebensmittel ungefähr das gleiche wie in Deutschland, teilweise sind sie sogar einen Tick teurer.
Das Einzige, woran man hier wirklich spart sind die Plätze auf denen man frei stehen kann, wenn man nicht auf Campingplätze geht.
Kosten Vanlife: Die Posten im Einzelnen
Lebensmittel:
Unser größter Posten mit dem starten wir.
Der Posten ist tatsächlich sogar größer als unsere Fixkosten.
Kostenpunkt: 682 Euro.

Aber wenn ihr jetzt sagt so, boah, was kauft ihr denn für teure Lebensmittel?
Da gehört noch mit rein Kosmetik Hundefutter und Putzmittel.
Denn wir können das nicht auseinander dröseln.
Was wir sagen können, von diesen 682 Euro haben wir ungefähr 100 Euro über den Daumen Hundefutter ausgegeben.
Außerdem sind 20 Euro für Wein, den wir auf dem Marktplatz in Tallinn getrunken haben mit drin.
Nicht eingerechnet sind Lars Zigaretten weil wir denken ja okay das sind Extrakosten, das müssen wir jetzt hier auf unserer Vanlife-Reise nicht beschreiben.
Fahrtkosten:
In den Fahrtkosten drin ist die Fähre nach Saaremaa hin und zurück, Fahrten in den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tallinn (2x Hin und Zurück) und unser Diesel.
Wir haben jetzt nicht genau ausgerechnet was wir verbrauchen. Wir haben zugrunde gelegt, was wir an der Zapfsäule bezahlt haben.

Für Diesel: 426,39 Euro
Für öffentliche Verkehrsmittel: 24,60 Euro
Für Fähren: 56 Euro f
Insgesamt: 506,99 Euro
Stellplätze bzw. Campingplätze:
Wir haben für Stellplätze also Campingplätze, 210 Euro ausgegeben.
Da ist drin zwei Nächte auf Saarema, drei Nächte vor Tallinn und der Solarkaravanplatz, da waren wir auch zwei Nächte.
Also insgesamt haben wir für sieben Nächte auf Campingplätze für 210 Euro verbraucht.
Alle anderen Plätze waren kostenlos
Technik und Ersatzteile:
Für Technik haben wir 110 Euro ausgegeben.
Leider ist das Bedienteil für unseren Boiler kaputt gegangen.
Spoiler: Der nächste ist jetzt auch kaputt gegangen. Vielleicht haben wir irgendwas falsch angeschlossen.
Was wir aber sagen können: Der Service der Händler und Vertriebler ist super. Darum ärgern wir uns auch nicht, sondern sind gemeinsam auf Fehlersuche.
Anschaffungen:
Anschaffung hatten wir in Höhe von 105 Euro
Darin enthalten sind: 2 Klapphocker, 2 Hundecken die nach unten hin isoliert sind und ein Pullover für Anja.
Noch ein Spoiler: Die 2 Klapphocker sind für unser tägliches Leben echte Gamechanger.
Hätten wir so gar nicht vermutet.
Dazu wird es aber nochmal einen gesonderten Artikel geben (Gadgets auf die wir nicht mehr verzichten möchten oder so ähnlich)
Fixkosten:
Der letzte Posten sind unsere Fixkosten.

Reisekrankenversicherung. Wir haben eine Langzeitreisekrankenversicherung und die schlägt für uns beide pro Monat mit 90 Euro zu Buche.
Als zweites kommt Starlink – unser Internet – für 60 Euro im Monat.
Für unsere beiden Handys geben wir zusammen 180 Euro im Monat aus. Wenn ihr gute Reisetarife und solche Geschichten habt oder wisst wie es günstiger geht, wichtig ist für uns, dass wir unbegrenztes Datenvolumen haben, dann schreibt uns das auf jeden Fall mal in die Kommentare. Wir sind für jeden Tipp dankbar.
Als nächstes kommen 110 Euro Versicherung für den Benz. Da sind wir Vollkasko versichert.
Und dann haben wir pro Monat eine Inhaltsversicherung für das Wohnmobil, was früher sozusagen die Hausratsversicherung war. Das ist heute bei uns die Inhaltswomoversicherung.
Die kostet uns pro Monat 12,60 Euro. Wir zahlen im Jahr 139 Euro.
An Kfz-Steuern bezahlen wir 62 Euro im Monat. Das sind 740 Euro im Jahr.
Dann haben wir die Hundehaftpflicht. Ich habe das jetzt aufgeschrieben mit 30 Euro. Das stimmt aber so glaube ich nicht. 30 Euro im Monat Da muss ich noch mal genau hingucken.
Wir haben das jetzt aber einfach mal so Angenommen.
Eine Privathaftpflicht in dem Sinne haben wir nicht mehr, denn die gilt nicht weltweit und wir haben noch keine Möglichkeit gefunden, das in irgendeiner Form weltweit zu machen. Aber, also ich muss auch ganz ehrlich sagen, die Privathaftpflicht, die wir die letzten 10, 20 Jahre zu Hause hatten, haben nie genutzt.
Also kommen wir gesamt bei 514,60 Euro raus. Das sind unsere Fixkosten.
So, und ihr werdet ja vielleicht jetzt schon eure Taschenrechner gezückt haben. Unsere Gesamtkosten für diesen einen Monat in Estland waren…
Gesamtkosten für einen Monat Vanlife in Estland:
2.349,18 Euro
Da ist im Grunde alles drin.
So, jetzt habt Ihr einen Überblick, was wir so ausgeben.
Schreibt uns mal in die Kommentare, ob ihr das viel findet, ob ihr gedacht habt, das ist weniger oder was ihr so für Ideen hattet.
Der Witz an der ganzen Sache ist, diese Kosten hätten wir ungefähr auch zu Hause gehabt, aber plus Miete.
Das heißt, wir sparen uns heute sozusagen die Miete. Wir waren ein bisschen überrascht also ich war überrascht ich (Anja) hätte gedacht, es ist mehr.
Lars dachte es sei weniger.
Schreib uns mal in die Kommentare, was Du gedacht hast. Mehr? Weniger? Was waren so Deine Schätzungen?
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Wenn Du Fragen oder Anregungen hast, vielleicht hast Du ja auch Erfahrungen mit dem Ausbau Deines Wohnmobils, dann schreib uns in die Kommentare 👇🏻
Hallo ihr Zwei
Ich habe euren Artikel gelesen, weil ihr heute schräg links von uns steht. Finde euer Auto echt cool und war einfach neugierig.
Ja, nun zur Frage….ich hätte auch mit etwas weniger gerechnet.
Wir sind noch recht jung in dieser Branche und kommen aus Berlin.
Bleiben auch nur 2 Nächte und dann geht’s weiter.
Wünschen euch weiterhin viele schöne Erlebnisse
Ilona
Das ist ja lustig. Wer seid Ihr denn genau? Auf dem Platz ist das schwer auszumachen 🙂 Euch auch eine wunderbare Zeit. Herzliche Grüße Anja & Lars
Hallo Ihr 2!
Ich hätte nicht gedacht, dass das so viel ist. Klar, Lebensmittel etc. muss man auch zuhause kaufen und statt der Miete oder Hypotheken für das Haus zahlt man den Sprit, die Campingplätze etc., aber dass man trotzdem über 2.000 € kommt, hätte ich nicht gedacht.
Aber seht es mal so: würdet Ihr noch ein Haus besitzen, so kämen diese Kosten noch on top!
Wir führen tatsächlich auch ein Buch in unseren Urlauben. Wir gehen fast nie irgendwo essen (weil einer unserer Hunde unverträglich und schlecht erzogen ist) und haben im Urlaub „nur“ die Diesel- und Übernachtungskosten. Naja, Souvenirs müssen auch sein und ab und zu auch mal ein neuer Pullover 😉 Aber diesen würde ich mir zuhause vielleicht auch kaufen.
Wir sind im letzten Jahr 4.500 km durch 13 Länder gefahren und haben etwa das gleiche ausgegeben, wobei die Kosten für das WoMo (Versicherung und Steuern) nicht mit eingerechnet wurden, weil diese Kosten auch entstehen, wenn Lotti (unser WoMo) vor der Haustür steht.
Euer Bericht führt daher sicher einigen vor Augen, dass Campen nicht billig ist. Ganz im Gegenteil! Aber es ist einfach das Gefühl, dieser innere Drang „einsam“ in mitten der Natur ….. Das kann ein Nicht- Camper einfach nicht verstehen.
Leider müssen Thorsten und ich bis zum bitteren Ende arbeiten. Der Plan ist aber, dass wir genau das tun, was Ihr gerade macht: Haus verkaufen und raus in die Welt. Das machen wir natürlich nicht mit unserer Lotti (siehe Kommentare im anderen Blog- Beitrag), sondern mit einem ähnlichen Fahrzeug, wie Eurem. Ich freue mich schon jetzt auf den Ausbau 😉
Viel Spaß Ihr 2!
Moin Iris,
ja, wir waren auch überrascht. Vor allem, weil wir schon so viele Videos etc. gesehen haben, die wesentlich weniger Geld ausgeben. Aber: Oft fehlen dort Ausgaben. Das ist uns inzwischen aufgefallen. Denn wir haben mal mit anderen Langzeitreisenden gesprochen, die auch ganz klar gesagt haben, dass sie so viel wie wir ausgeben. Da wird offensichtlich viel schön gerechnet.
Was man auch nicht vergessen darf: Unsere Krankenversicherung kostet natürlich wesentlich mehr als bei 20-30jährigen. Der Fluch des Alters 😉
Übrigens arbeiten wir ganz normal von unterwegs. Lars ist Angestellter im öffentlichen Dienst und kann remote arbeiten und ich bin inzwischen auch wieder Teilzeit angestellt und arbeite auch remote und die andere Hälfte Selbstständig. Das eine schließt das andere nicht aus.
Liebe Grüße
Anja & Lars