Vom Hausbesitzer zum Glücksnomaden

Vom Hausbesitzer zum Glücksnomaden

26. April 2021 | Allgemein, Highlight | 0 Kommentare

Heute (11. März 2021) war es soweit. Ich – Anja – habe das Haus an die Käufer übergeben. Insgesamt war der Hauskauf echt eine ziemlich ruckelige Angelegenheit. Die ersten zwei ernsthaften Interessenten hatten kein Geld, obwohl sie beide so getan haben, als hätten sie es. Die dritten Interessenten wollten das Haus garantiert und unbedingt kaufen, aber vor dem Notartermin noch einmal mit einem Gutachter ins Haus, um eine Hausnummer zu haben, was an Renovierungskosten auf sie zukäme … Auf mehrfache Nachfrage stellte sich dann heraus, dass sie das Haus doch nicht garantiert kaufen wollten. Nur, wenn der Gutachter ihnen eine entsprechende Zahl nennen würde. Grundsätzlich ja auch okay, die Vorgehensweise war so aber nicht in Ordnung, denn wir sollten natürlich allen anderen Interessenten absagen. Glücklicherweise haben wir das nicht getan und damit die vierte Partei hatte dann das Geld und war auch ernsthaft interessiert. 

Wobei, stimmt nicht ganz. Die vierte Partei hatte eine schriftliche Finanzierungszusage der Bank vorliegen, wollte aber erst den Kaufvertrag beim Notar unterschreiben, wenn die Verträge der Bank vorlägen. Auch verständlich, als Verkäufer allerdings wieder mega nervig. Wir mussten ja auch eine Wohnung suchen und den Mietvertrag unterschreiben. Aber wir haben immer guten Kontakt zu den Käufern gehalten und sie zu uns und so hat es dann geklappt. Am 28.12.20 haben wir den Vertrag unterschrieben. Zwar noch mit aufschiebender Bedingung, da die eine finanzierende Bank nicht aus der Hüfte kam – angeblich Corona und so – aber in der ersten Januarwoche war alles geklärt und in trockenen Tüchern. 

Also sind wir zum am 6.2.21 in unsere neue Wohnung zwei Dörfer weiter gezogen und haben darauf gewartet, dass der Verkauf zum 26.2.21 durch Überweisung vollzogen wird. Und was sollen wir sagen: Die Bank war wieder nicht auf Zack – Corona und so … Und der Notar war jetzt auch nicht der super pfiffig … Naja, am Ende war dann die erste Hälfte des Geldes am 6.3. auf unserem Konto. Die zweite Hälfte sollte laut Aussage der Bank in den nächsten Tagen kommen. Erfahrungsgemäß sind die nächsten Tage bei dieser Bank ca. 2 Wochen lang. Also haben wir uns mit den Käufern geeinigt unter Vorbehalt am 11. März 21 das Haus zu übergeben.

Im Grunde ging alles ganz fix. Schlüssel und Unterlagen wurden übergeben, Zählerstände abgelesen, kurz die Heizung erklärt und das war es auch schon. Ich musste dann auch schnell gehen, denn irgendwie war es dann doch komisch. Das Haus war leer, alles hallte und war unwirklich … Ich hatte dann das Gefühl „Jetzt musst Du aber schnell raus hier“ … Dabei kann ich gar nicht sagen warum. Einen Klos hatte ich nicht im Hals. Ich war irgendwie getrieben. Irgendwie musste ich schnell weg. Jetzt, wo ich das hier ein paar Stunden später schreibe, auf unserer Couch in unserem neuen Wohnzimmer, fühle ich mich schon angekommen und doch seltsam angefasst. Aber ganz ehrlich: Es wäre ja auch ziemlich komisch, wenn es anders wäre. Immerhin haben wir über 20 Jahre in dem Haus gewohnt. Wir haben unseren Sohn dort groß gezogen, Gäste gehabt, gelacht und geweint, viel gefeiert und wunderbare und beschissene Zeiten gehabt. Vielleicht war es deshalb so komisch, weil ich das Gefühl habe, dass das mit uns ausgezogen ist. Ist es ja auch. Das Haus hat sicher auch Erinnerungen, aber unsere Erinnerungen gehören ja zu uns und nicht zu dem Haus. 

Abgesehen davon ist es ein schöner Gedanke, dass jetzt Menschen in dieses Haus einziehen und sich darum kümmern, die sich an dem Haus so freuen können, wie wir es sehr lange getan haben. Das ist doch etwas Wunderbares. 

Noch wunderbarer ist, wenn dann spätestens nächste Woche der Rest der Kaufpreissumme fließt und die restlichen Darlehen abgelöst werden. Schuldenfrei zu sein und keinerlei Verpflichtungen in dieser Hinsicht mehr zu haben, ist für uns im jetzigen Lebensabschnitt eine irre Befreiung. In den letzten Wochen und Monaten haben wir gemerkt, wie sehr unser Besitz uns besitzt hat und nicht umgekehrt … Was uns natürlich nicht daran hindert, ab nächste Woche Nägel mit Köpfen zu machen und die Suche nach einem Basisfahrzeug für unser zukünftiges Expeditionsmobil zu starten. 

Wir haben schon ein paar Fahrzeuge im Auge und eine ganz konkrete Idee. Seid gespannt 😉

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